Hochschule für Technik und Wirtschaft des SaarlandesFachhochschule Kaiserslautern
 
 
 
DIE IDEE
DAS TEAM
DAS RENNEN
DIE HOCHSCHULEN
PROJEKT24H
Wir bauen einen Rennwagen und fahren damit auf dem Nürburgring!
So lautete die Idee der Professoren der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes und der Fachhochschule Kaiserslautern für einen praxisorientierten Unterricht. Heute, einige Zeit später, steht der Start der Aktion unmittelbar bevor.

Das „Projekt 24h“ wird als gemeinschaftliche Initiative der Hochschulen und Unternehmen der Region mit Unterstützung des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit und des Netzwerkes >> automotive.saarland realisiert.
Die Idee und die ersten Schritte
Der Aufbau und der Einsatz eines Rennfahrzeuges unter Mithilfe der rund um das Automobil beschäftigten Institutionen und Unternehmen der Region – so stellen sich Professor Dr. Harald Altjohann (HTW des Saarlandes) und Prof. Dr. Patrick Klär (Fachhochschule Kaiserslautern, Standort Zweibrücken) eine aktive Umsetzung des Slogans „Autoland Saarland“ vor.

Die Professoren der beiden Hochschulen sehen darin ebenso eine Herausforderung für die Studenten wie für die Unternehmen der Region.

„Ein Fahrzeug aus der Serie mit allem zur Verfügung stehenden Know-how für den Rennsport aufzubauen, die meisten Dinge selbst zu entwickeln und zu testen, darin besteht die Herausforderung“, so Professor Altjohann.

„Der wirklich krönende Abschluss dieser Arbeit soll die praktische Erprobung bei einem der härtesten Rennen der Welt sein, dem 24h-Rennen am Nürburgring!“

Das Fahrzeug wird vom Rennteam, also den Studierenden und deren Professoren, entsprechend dem Reglement aufgebaut. Das Auto wird für das große Ziel 24h-Rennen in mehreren Renneinsätzen auf der Nordschleife des Nürburgrings innerhalb des Langstreckenpokals vorbereitet.

Professor Klär betont, dass zur Arbeit auch die Simulationen ausgewählter Fahrzeugbauteile am Computer und die Verifizierung deren Ergebnisse in der Rennpraxis gehören.

Der Spaßfaktor, der hier sicherlich nicht zu kurz kommt, hat einen ganz konkreten Hintergrund. Es geht darum, so die Professoren der Hochschulen, die Jugend der Region für die technischen Studiengänge zu interessieren und somit auch potentiellen Nachwuchs für die Unternehmen der Region zu finden.
Das Autoland Saarland
Wichtige Unterstützung kommt vom saarländischen Wirtschafts- und Arbeitsministerium. Minister Dr. Hanspeter Georgi unterstützt das Projekt 24h mit viel Energie und Engagement, dass sich auch in der Übernahme der Schirmherrschaft verdeutlicht. Georgi: „Die Saarländische Landesregierung stärkt das Autoland Saarland und setzt im Rahmen Ihrer Innovationsstrategie auf das Automobil. Im Zukunftscluster automotive.saarland haben wir die Aktivitäten für Automobilindustrie und Zulieferer gebündelt.“

Der Begriff „Autoland Saarland“ steht für die herausragende Bedeutung der rund um das Kraftfahrzeug tätigen Unternehmen und Institutionen für unsere Region. Neben den großen Automobilwerken und den Zentralen großer Automobilimporteure im Saarland sind die Zulieferer der Region eine Stütze der Wirtschaft. Sie versorgen nahezu alle namhaften Automobilproduzenten mit Komponenten und Systemen. Rund 40% der saarländischen Industriearbeitplätze bestehen rund um das Automobil.

Mit in diesem Bund sind die Hochschulen der Region, die den engen Schulterschluss mit den Firmen und Institutionen leben. Die Bündelung der Kompetenzen, die Erhöhung des Bekanntheitsgrades, die Identifikation mit Unternehmen und die Kunden- und Mitarbeiterbindung sollen dadurch gesteigert werden.

Die Hochschulen bieten dabei enge Kooperationen mit den Unternehmen an, über Praxissemester, Diplom-Arbeiten und Projekte. Ein wichtiges davon wird das „Projekt 24h“ sein.
Der 1er BMW wird zum Renn-Boliden
Mit der Bereitstellung eines 1er BMW hat die BMW-Niederlassung Saarbrücken den entscheidenden Part für das Projekt 24h geleistet.

Der seit dem Herbst anrollende kompakte BMW steht dem Rennteam der Hochschulen in der Variante 120d mit 120 kW/163 PS zur Verfügung, dazu noch eine komplette Rohkarosse zusätzlich. BMW gibt die Höchstgeschwindigkeit für das Fahrzeug in der Serie mit 220 km/h an, bei einem satten Drehmoment von 340 Newtonmetern bei 2.000 Motortouren.

Da geht noch etwas mehr, bei Leistung und Drehmoment, da ist das Rennteam sich einig. Die Anpassung von Fahrwerk, Sicherheitskäfig, Dämpfung, Rennsitzen, Rädern, Reifen – all das steht im Lastenheft für den Ausbau des 1er BMW hin zur Rennreife.

„Der Reiz der Aufgabe liegt darin, dass wir mit diesem Auto völliges Neuland betreten“, sagt Professor Altjohann. „Es gibt für dieses krachneue Auto nichts im Baukasten, was wir für den Renneinsatz nutzen könnten. Alles muss neu entwickelt und getestet werden, es ist eine echte Herausforderung.“

Der 1er BMW im Renntrimm wird in jedem Fall für Aufsehen sorgen am Nürburgring, da ist man sich bei allen am Projekt 24h Beteiligten einig.
Die „Grüne Hölle“ - 24 lange Stunden!
Für den ultimativen Test hat sich das saarländische Rennteam eines der härtesten Rennen der Welt ausgesucht. Der 24 Stunden lange Tanz auf dem Asphaltband der Nordschleife des Nürburgrings dürfte alle Höhen und Tiefen im Leben eines Rennfahrzeuges in komprimierter Form simulieren.

Am 7. Mai 2005 ist es soweit, dann wird der Rennleiter die 220 Fahrzeuge auf die Strecke schicken. Mehr als 600 Rennfahrer, Profis und Amateure lösen sich dann an den Lenkrädern ab.

Kurven, Anstiege, rasante Abfahrten, Sprunghügel – den Rennfahrzeugen wird auf der Nordschleife der Eifel-Achterbahn nichts geschenkt. Der schottische Rennfahrer Jackie Stewart hat das rund 25 Kilometer lange Kurvengeschlängel rund um die Nürburg nicht ohne Grund als „Grüne Hölle“ bezeichnet.

Alleine die Wettersituation am Ring ist eine Herausforderung für sich. Wenn es unten auf der in den Kurs eingebundenen Grand-Prix-Strecke trocken und warm ist, kann es oben im Streckenabschnitt Hohe Acht wie aus Kübeln regnen und die Temperatur empfindlich frisch sein.

Natürlich werden die Studenten und Professoren der Hochschulen, die das Projekt begleiten, auch vor Ort am Nürburgring ihren Job erledigen. Der akute Schlafmangel und ein erhöhter Adrenalinspiegel bilden die widersprüchlich-aufregende Mischung, aus der die Aktiven des 24h-Rennens ihre Energie schöpfen – das werden im Mai nächsten Jahres auch das Team und alle Beteiligten des Projektes 24h erfahren. Dazu gehören vor allem natürlich die Piloten, hier will man auf erfahrene Lenkradartisten vertrauen.

Der Weg dahin ist gleichermaßen herausfordernd und spannend – das werden alle am Projekt 24h Tätigen noch erfahren. Wenn am Ende dann Erfolg steht, wird er wirklich viele Väter und Mütter haben.
HTW-Mechaniker
v.l.n.r.: Prof. Dr. Altjohann (HTW), Prof. Dr. Klär (FH KL)
v.l.n.r.: Erwin Mayer (Leiter BMW Niederlassung Saarbrücken), Dr. Georgi (Minister für Wirtschaft und Arbeit), Prof. Dr König (HTW), Prof. Dr. Altjohann (HTW), Prof. Dr. Klär (FH KL)
Serienfahrzeug BMW 120d
BMW Renn-Bolide
Rennszene: 24h-Rennen Nürburgring